Coaching Beispiel 4 - Der Familien-Unternehmer
Die Ausgangssituation
Herr S. war seit zwei Jahren Geschäftsführer eines mittelständischen Familienunternehmens in der Automobil-Zulieferindustrie. Sechs der Familienmitglieder sind Aktionäre, untereinander zerstritten und bestimmen das alltägliche Geschehen direkt und indirekt mit.
Zum Zeitpunkt seines Auftrags an mich waren die Umsatzzahlen stark rückläufig, und der Druck durch die Familie auf Herrn S. nahm stetig zu. Er spürte, wie seine Energien allmählich nachließen, da er auf die unterschiedlichen Handlungsanweisungen der einzelnen Familienmitglieder nur noch reagierte – fast mechanisch.
Herr S. wollte die Firma jedoch wieder in die Gewinnzone führen und wünschte sich einen Sparringspartner zur Reflektion und Absicherung eigener Entscheidungen.
Der Coaching-Prozess
Bereits zu Beginn des Coachings ahnte Herr S., dass sein Hang, es allen recht machen zu wollen, das Verhalten der Familie nährte. Zusätzlich belastete ihn die starke Präsenz des Patriarchen, denn er fühlte sich dem „alten Herrn“ nicht gewachsen. Um für Herrn S. eine neue, selbstbewusstere Rolle zu definieren, beschäftigten wir uns mit seinen erlernten Verhaltensmustern und Emotionen. Hier traf der bekannte Satz zu: „Ein guter Geschäftsmann sollte am Ende jedes Tages mit sich im Reinen sein.“
Die neue Rollendefinition und das Zurücklassen unproduktiver Emotionen dauerte eine ganze Zeit. Doch dann war der Durchbruch geschafft, und Herr S. konnte seine strategische Planung beginnen:
Nach Klärung seiner formalen Rechte und Pflichten als Geschäftsführer wurden seine unternehmerischen Ziele zur Rendite- und Umsatzsteigerung Schritt für Schritt aufgegliedert und als Gesamtkonzept der Familie präsentiert. Die während der anschließenden Diskussion entflammten innerfamiliären Aggressionen und Selbstverwirklichungswünsche der Familienmitglieder meisterte Herr S. – innerlich gelassen – auf Basis einer streng geführten Sachargumentation. Er erreichte sein Ziel, die Geschäftsergebnisse mit einem Sprecher der Familie, und zwar an definierten Fixterminen, zu analysieren.
Das Ergebnis
Innerlich frei und plötzlich äußerst tatkräftig konnte Herr S. innerhalb von acht Monaten seine Ziele erreichen. Darüber hinaus plant er derzeit die Eröffnung einer weiteren Filiale.
Woher ich als Coach die weitere Entwicklung nach dem Coaching-Prozess kenne? Es ist mir sehr wichtig, mit meinen Kunden auch nach dem Coaching regelmäßig Kontakt zu halten, sofern diese das wünschen. Auf diese Weise kann jederzeit, zum Beispiel im Telefoncoaching, nachjustiert werden.
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