Coaching & Seminar Katharina von Agris  

 

Coaching Beispiel 1 - Kündigung nach 28 Jahren – „aus heiterem Himmel“

Die Ausgangssituation
An einem Freitagnachmittag gegen 17 Uhr erhielt Herr E. die Kündigung.
Seit 28 Jahren war er in dem großen Dienstleistungsunternehmen tätig, als Bereichsleiter hoch geschätzt und nachweislich erfolgreich.
Die Kündigung traf ihn buchstäblich aus heiterem Himmel. Sein Vorgesetzter, erst zwei Jahre im Konzern, teilte ihm freundlich mit, dass seine Dienste nicht länger gebraucht würden. Herr E. stand unter Schock, und wie durch Watte hörte er die verabschiedenden Worte: „Und mit jedem, den ich bisher kündigen musste, bin ich noch heute befreundet!“
 
Herr E. bat mich um ein unterstützendes Einzelcoaching.
Sein Ziel: Die Kündigung verstehen und Zukunftsperspektiven erarbeiten.
 

 
 
 
Der Coaching-Prozess
Zu Beginn des Coachings war die Stimmung von Herrn E. bereits am Tiefpunkt. Er schwankte zwischen ohnmächtiger Wut und apathischer Hoffnungslosigkeit; entsprechend stufte er sein Wohlbefinden auf einer Skala von -6 bis +6 auf -5 ein. Permanent quälten ihn die Fragen:
„Wer nimmt mich noch mit 54?“
„Wie kann dieser neue Chef es wagen, mich als erfolgreichen Bereichsleiter zu entlassen?“

Als lösungsorientierter Coach weiß ich, dass schon die kleinste Verbesserung ein erster wichtiger Schritt ist. Nicht die großen „Hurra-Effekte“ sind erfolgsentscheidend, sondern die Konstanz kleiner Erfolge.
Also fragte ich ihn, was eine Verbesserung von -5 auf -3 auslösen könnte. Die klare Antwort: „Ich möchte wissen, warum ich entlassen wurde.“
Um ihn bei dieser quälenden Frage zu entlasten, erstellten wir ein Abbild seiner Haupt-Werte. Überrascht stellte Herr E. fest, dass diese mit den Werten des neuen Chefs kollidierten. Ein offenes Gespräch darüber hatte nie stattgefunden. Das Resümee meines Kunden: „Der hatte mich schon zwei Wochen nach seinem Antritt in der Firma innerlich abgeschrieben.“
Bei solchen Wertekollisionen stellt sich mir gleichzeitig die Frage: Würde sich der Mitarbeiter denn langfristig wohl fühlen und Spitzenleistung bringen?
Ich fragte Herrn E., und seine Antwort war eindeutig: „Selbst wenn ich nicht gekündigt worden wäre: Mit diesem Chef und seinen Wertvorstellungen hätte ich nichts zu lachen gehabt.“ Damit war sein „Warum?“ für ihn ausreichend beantwortet, und seine Einschätzung des eigenen Wohlbefindens nach der ersten Coaching-Sitzung lag nun bei +1.
 
In den folgenden 8 Sitzungen erarbeitete Herr E. seine weitere Zukunftsplanung, und zwar unter Berücksichtigung seiner Wertehierarchie. Er entwickelte neue Ideen und legte seine Vorgehensweise Schritt für Schritt fest.

 
 
Das Ergebnis
Am Ende des Coaching-Prozesses besuchte Herr E. noch einmal seinen ehemaligen Arbeitsplatz und lud seine früheren Kollegen auf einen Kaffee ein. Stolz berichtete er von seinen Zukunftsplänen. Nun beneidete man Herrn E. für seine neu gewonnene Unabhängigkeit und Selbständigkeit.
Heute: Gemeinsam mit zwei Partnern leitet Herr E. ein höchst erfolgreiches Hotelunternehmen mit sechs Business-Hotels der 3-Sterne-Plus-Kategorie.


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