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Coaching & Seminar Katharina von Agris
Coaching Beispiel 5 - Wirksame FührungDie Ausgangssituation Im Seminar „wirksame Mitarbeiterführung“ beschwerten sich einige neu beförderte Bereichsleiter vehement über geerbte „Altlasten“. Gemeint waren Mitarbeiter, die seit über 25 Jahren im Unternehmen waren und nachweislich wenig oder schlechte Leistung zeigten und bei denen aus Sicht der Bereichsleitung alles versucht worden war, jedoch nichts fruchtete. Eine Kündigung dieser Mitarbeiter wurde allerdings von der Geschäftsleitung aufgrund der zu erwartenden hohen Abfindungsforderungen kategorisch abgelehnt. Die neuen Vorgesetzten diskutierten alle Fälle und verglichen sie miteinander. Es wurde klar, dass keiner der Anwesenden bisher probiert hatte, mit den betreffenden Mitarbeitern zu sprechen. Man unterhielt sich lieber mit den ehemaligen Bereichsleitern und der Geschäftsleitung und ärgerte sich gemeinsam über „die Altlasten“.((Aber wie passt das zu der Aussage, es sei alles versucht worden? Siehe oben)) Die Konsequenz: Stillstand und Unzufriedenheit aller Beteiligten. Der Seminar-Prozess Im Seminar wurde beschlossen, nun deutlich zielgerichteter zu kommunizieren, um auf diese Weise eine verbesserte Situation zu erreichen. Als Vorbereitung auf die Gespräche wurden folgende Themen im Seminar bearbeitet: Biographien Was aus der Firmen-Biographie jedes Mitarbeiters herauslesbar ist. Gesprächsphase I: Darstellung der eigenen Sicht Dem Mitarbeiter das/die Problem(e) aus der eigenen Sicht schildern. Dies ohne Vorwürfe und dennoch souverän. Gesprächphase II: Durch die Brille des Mitarbeiters schauen Wo liegen aus seiner Sicht die Probleme? Wie stellt er sich seine Zukunft vor? Benötigt er Hilfe, zum Beispiel von Vorgesetzten, Kollegen, durch Weiterbildung etc.? Gesprächsphase III: Ziele und Wünsche verdeutlichen 1. Die eigenen Ziele für die Position des Mitarbeiters formulieren. 2. Eigene Wünsche und Vorstellungen an den Mitarbeiter klar formulieren. Gesprächsphase IV: Gemeinsame Überlegungen Wie kann es weitergehen? Wie erkennen wir, ob wir auf dem richtigen Weg sind? Die erlernten Inhalte wurden direkt in Rollenübungen angewendet. Dabei spielte jeder Teilnehmer die Rolle seines Mitarbeiters, was ihm schon im Vorfeld eine gute Einfühlung ermöglichte. Die Teilnehmer wurden zunehmend sicherer und optimistischer. Ein Randeffekt: Zwei Abteilungsleiter stellten fest, dass der Mitarbeiter des Anderen in ihrer Abteilung optimal besetzt wäre. Das Ergebnis Acht Monate nach diesem Seminar erhielt ich die Rückmeldungen der Teilnehmer: In zwei von insgesamt fünf Fällen zeigten sich die Mitarbeiter plötzlich wieder aktiv und zogen voll mit. Hier konnten sich Vorgesetzter und Mitarbeiter auf gemeinsame Ziele verständigen. Im 3. Fall wurde die Lösung der Vorruhestandsregelung in beiderseitigem Einvernehmen getroffen. In Fall 4 und 5 hatte man besagten „Mitarbeiter-Tausch“ vorgenommen: Die Mitarbeiter sollten für sechs Monate „auf Probe“ in den jeweils anderen Bereich wechseln, womit auch ein Aufgabenwechsel, begleitet von Fachseminaren, erforderlich wurde. Der Tausch verlief sehr erfolgreich; beide Mitarbeiter sind heute, ihren Stärken und Fähigkeiten entsprechend, optimal eingesetzt. Zurück Drucken
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